Party vorbei? Mehr Unternehmergeist wagen!

Sehr geehrter Herr Kroker,

Mehr Unternehmergeist wagen!unter dem Titel „Bei Berlins Startups ist die Party vorbei“ schrieben Sie am 13.02.2014 für die WirtschaftsWoche. Ihr Artikel wurde in der Szene kontrovers diskutiert. Nicht inhaltliche Fehler oder gegen mich gerichtete Kritik bewegen mich zur Gegendarstellung, sondern die Enttäuschung über mangelndes journalistisches Verantwortungsbewusstsein.

Die Presse ist frei und erst umfangreiche Berichterstattung ermöglicht den Lesern eine fundierte Meinungsbildung. Gerade weil sie die öffentliche Meinungsbildung stark beeinflussen, haben auflagenstarke Magazine wie die WirtschaftsWoche jedoch auch eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Ihre Nachricht an die Gesellschaft, junge Uniabsolventen, Unternehmer und Geldgeber ist unmissverständlich: „Gründen in Deutschland lohnt nicht!“. Schlimmer noch, schüren Sie eine Kultur der Angst vor wirtschaftlichen Misserfolgen einer Unternehmensgründung. Ihre Nachricht ist falsch!

Wer ein Unternehmen gründet, geht damit ein gehöriges Risiko ein. Wieviele Tage und Nächte verbringen die Gründer in der Garage, um an ihrer Erfindung zu tüfteln oder im Co-Working-Space um die innovative Unternehmenswebsite oder App aufzusetzen? Wieviel Geld und Kraft investieren sie und ihre Unterstützer in das neuartige Geschäftskonzept? Niemand kann im Vorfeld sagen, ob ein innovatives Geschäftsmodell zum Renner wird und die Grenzen des Möglichen neu definiert oder eben nicht. Aber wer es nicht wagt, wird es auch niemals erfahren.

Was in den USA selbstverständlich ist, ist in Deutschland leider noch nahezu unbekannt: Eine Kultur des erfolgreichen Scheiterns. Selbstverständlich ist nicht jedes Startup erfolgreich und kann scheitern – das gehört dazu! Das Geld ist weg, die Zeit auch – aber die Erfahrung bleibt! Dann heißt es wieder aufzustehen, das Konzept zu überarbeiten oder ein neues Konzept zu entwickeln und weiter zu machen! Manchmal gelingt der große Durchbruch eben erst beim zweiten oder dritten Anlauf. Aber jeder Misserfolg ist die Chance es beim nächsten Mal besser zu machen.

Es ist Zeit zum Umdenken und mehr Unternehmergeist zu wagen. Herr Kroker, ich ziehe meinen Hut vor allen Menschen, die in Deutschland trotz widriger Bedingungen eine Unternehmungsgründung wagen – und Sie sollten es auch.

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